Digitales Tagebuch auf den Spuren der ersten Franziskaner

Br. Niklaus Kuster ist den Weg der ersten Franziskaner nachgegangen, die im Sommer 1221 nach Deutschland kamen.

Seine Eindrücke und Gedanken hat er in einem digitalen Tagebuch gesammelt und in kurzen geistlichen Impulsen zusammengefaßt.

Abrufbar ab dem 19. September 2021.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Denkanstöße – Sommer 2021

1. Denkanstoß – Andreas Schoch – 03.08.21

Was ist “Spiritualität” und was die “Theologie der Spiritualität”?  Wie beides an der PTH verstanden, möchte der erste Beitrag erläutern und warum die Theologie der Spiritualität um die Digitalisierung als Megatrend der Gegenwart, der den Menschen in seinen Seinskontexten wie in seinem Wesen fundamental berührt, nicht herumkommt. Neben einer Einführung in die Begriffe werden diese Zusammenhänge im Beitrag überblickshaft deutlich gemacht und in den drei folgenden vertieft.

 

2. Denkanstoß – Anna Puzio – 10.08.21

Die Digitalität überwindet durch eine Verlagerung des Kommunikationsgeschehens in den digitalen Raum die Leiblichkeit des Menschen. Körperliche Anwesenheit ist für eine Teilhabe am Kommunikationsprozess nicht mehr erforderlich, Avatare haben die Physis ersetzt. Hat dies Auswirkungen auch auf die Spiritualität, wenn, wo „das Wort Fleisch wird“ und “spirituelle und materielle Leiblichkeit prinzipiell nicht gegeneinander ausgespielt werden können”, sie in vermeintlicher Opposition zur Spiritualität steht?

3. Prof. Dr. Katharina Karl – 17.08.21

Im digitalen spirituellen Raum ist Vieles möglich. Der Papst twittert, es gibt vielfältige Gebetsinitiativen ohne gewohnte Hierarchien, auch geistliche Begleitung ist im Netz möglich.Neue Formen bringen auch neue Bedingungen mit sich und transformieren pastorale Beziehungen und spirituelle Ausdrucksformen. Was charakterisiert eine digitalisierte Spiritualität? Und welchen Raum nimmt die theologisch wichtige Größe der Beziehung darin ein? Dieser „Denkanstoß“ lädt dazu ein, diesen Fragen nachzugehen.

4. Prof. P. Dr. Rudolf Hein OPraem – 24.08.21

Die Virtualität ermöglicht ein Spielen mit der eigenen Identität, die beliebig verändert, verschleiert, verbessert und versteckt werden kann. Diese Möglichkeiten zur Anonymität verändern Schamgefühl und Scheue, was wiederum einer im Analogen noch gültigen Moral im Virtuellen die Wirksamkeit zu nehmen scheint. Hatespeech und Shitstorms sind das Resultat. Welche Auswirkungen hat dies auf die Menschen? Welche Moral gilt im digitalen Raum, welche sollte gelten.

ABSCHLIEßENDER HINWEIS: Aufgrund technischer Schwierigkeiten musste die geplante Abschlussrunde leider entfallen.

Ringvorlesung geht weiter

Die Ringvorlesung „Quellen der Inspiration – Ordensspiritualitäten für heute ausgelegt”, die im Sommersemester wöchentlich abrufbar war, ist noch einige Zeit über den YouTube-Kanal der PTH abrufbar und geht im kommenden Semester weiter. Die Termine werden an dieser Stelle rechtzeitig bekannt gegeben.

Bis dahin bietet die PTH in der Sommerpause theologische Denkanstöße an. Die diesjährigen kurzen Videos widmen sich in vier kurzen Beiträgen dem Thema „Theologie der Spiritualität und Digitalisierung”. Ein Abschlusgespräch rundet die Reihe ab. Dies Videos finden Sie auf der Homepage oder ebenfalls auf unserem YouTube-Kanal.

Neue PTH-Publikation „Weisheit” erschienen

Gerade ist die Publikation zum letztjährigen Dies Academicus der PTH im Aschendorff Verlag erschienen: „Weisheit. Spiritualität für den Menschen”, herausgegeben von Prof. Dr. Thomas Möllenbeck und PTH-Rektor Prof. P. Dr. Ludger Schulte OFMCap.

Weisheit – ein großes Wort in der Geschichte der Kulturen und Völker. Ein anziehendes Wort auch in unseren Tagen. Mit der Weisheit scheint die Fähigkeit verbunden zu sein, sich nicht in Teilbereichen und Expertokratien zu verlieren, sondern sich auf das Leben als Ganzes zu beziehen und gut zu handeln.

Weisheit mag selten, der Weise noch seltener sein. Wenn Weisheit jedoch aufscheint, dann wird mit ihr geistige Stärke und Gelassenheit, Einklang und Stimmigkeit in der Lebensführung verbunden, ja ein Handeln, das andere stärkt und sie aufrichtet. Nicht die Intelligenz oder sein umfangreiches Wissen, noch seine Verstandesschärfe machen einen Menschen weise, so die Traditionen vieler Völker. Sie ist jedem zugänglich unabhängig von Herkunft, Beruf und Bildungsgrad.

Was ist sie? Sie scheint nicht so sehr Richtigkeitswissen, sondern Richtungswissen und Wichtigkeitswissen zu sein. Erhebt sie sich über die Leidenschaften, über die gesellschaftlichen Dringlichkeiten und über die Vielfalt der Auffassungen, so die klassische Sicht des stoischen Weisen?

Spätestens seit der Neuzeit soll die Wissenschaft das letzte Wort haben, nicht die Weisheit. Dies selbst in der Philosophie, die sich als „Liebe zur Weisheit“ ihren Weg bahnte. G. W. F. Hegel hat dafür die berühmte Parole ausgegeben, dass die Philosophie „ihren Namen der Liebe zum Wissen ablegen“ und „wirkliches Wissen“ – „Wissenschaft“ – werden solle. Am Beginn des 20. Jahrhunderts hat E. Husserl sekundiert: „Die Wissenschaft hat gesprochen, die Weisheit hat von nun ab zu lernen.“
Können wir diesem Satz noch folgen oder brauchen wir eine lebensnotwendige Kehre am Beginn des 21. Jahrhunderts?

Den Buchflyer finden Sie hier.