Aufbruch - der CTS Berlin

CTS Berlin

in Trägerschaft von Orden und Geistlichen Gemeinschaften Schwedter Str. 23 10119 Berlin Gründungsbeauftragter: Prof. Dr. Ulrich Engel OP Vorsitzender des e.V.: Prof. Dr. Ludger Schulte OFMCap

Mit dem Campus für Theologie und Spiritualität hat die PTH in Berlin einen neuen Kooperationspartner gewonnen, der sich im Kontext der Hauptstadt mit der Entwicklung, Vertiefung und Vermittlung einer zeitgemäßen Theologie der Spiritualität beschäftigt. Der Campus befindet sich aktuell in der Entwicklung.

Genese und Zielsetzung

Eine zunehmend komplexer werdende Gesellschaft fordert viele Menschen existentiell heraus. Angesichts eines immer schnelleren Miteinanders, von globaler Migration, rasanten Digitalisierungsschüben und weltweiten Megakrisen (Corona-Pandemie, Klimawandel) sehnen sich viele Menschen nach Antworten, Orientierung und Sinn. Institutionen mit langer Tradition stehen fundamentalen Umbrüchen gegenüber und sind in ihrem Selbstverständnis neu angefragt. Durch innere Uneinigkeit, mangelndes Vertrauen und verlorene Glaubwürdigkeit erodieren ihre bis dato relativ stabilen Fundamente. Hinsichtlich Relevanz und Reichweite verschwinden diese Institutionen zusehends aus dem Gegenwartsdiskurs. Das gilt auch für die Kirchen.

Vor dem Hintergrund dieser Situation haben sich Anfang 2018 fünf Orden, Ordenswerke und Geistliche Gemeinschaften (Alexianer, Dominikaner, Deutscher Orden, Fokolar-Gemeinschaft, Kapuziner) zu einem Verein zusammengeschlossen, um den skizzierten Herausforderungen intellektuell und spirituell zu begegnen.

Eine Projektgruppe, bestehend aus Mitgliedern von zehn verschiedenen Gemeinschaften (Alexianer, Benediktiner, Deutscher Orden, Dominikaner, Fokolar-Gemeinschaft, Kapuziner, Missionsärztliche Schwestern, Prämonstratenser, Salvatorianer, Schönstatt-Bewegung), arbeitete drei Jahre daran, die Ende 2017in einer Machbarkeitsstudie erhobenen Rahmendaten in konkrete Planungen zu überführen. Entstanden ist daraus das Projekt CTS – Campus für Theologie und Spiritualität Berlin.

Ein Grund für die Realisierung eines solchen Campus ergibt sich aus der faktischen Schwäche (noch) bestehender Ordenshochschulen. In Zukunft wird keine Gemeinschaft mehr allein eine solche Institution finanziell und personell tragen können. Um den spezifischen Beitrag von Orden und Geistlichen Gemeinschaften zur theologischen Landschaft (neben den Fakultäten an staatlichen Universitäten und kirchlichen Hochschulen in diözesaner Trägerschaft) nachhaltig zu sichern, bedarf es eines gemeinsamen Orts akademischen Arbeitens. Denn nur die Gemeinschaften werden zukunftsfähig sein, welche die Zeichen der Zeit und ihre je eigene pastorale Praxis auch theologisch zu reflektieren wissen

Als urbane Plattform katholischer Theologie wirkt der Campus in Wissenschaft und Kirche, Stadt­ und Zivilgesellschaft sowie Politik und Kulturszene hinein. Auf Grundlage einer gleichermaßen praxisnahen wie wissenschaftlich fundierten Forschung entfalten sich Dialog, Interdisziplinarität und Internationalität. Ziel unseres Wirkens ist die umfassende Bildung der Person mit Blick auf die intellektuellen, spirituellen, leiblichen und sozialen Dimensionen des Menschseins aus dem Geist der Orden und Geistlichen Bewegungen zur Verantwortung und Mitgestaltung in Gesellschaft und Welt.

Im Sinne der Apostolischen Konstitution „Veritatis Gaudium“ (8.12.2017) verstehen die beteiligten Akteure ihr Projekt als einen strategischen Beitrag zu der von Papst Franziskus geforderten umfassenden „Evangelisierung“ (VG, Einleitung, 2) wie auch zur „Reform“ (VG, Einleitung, 2; vgl. EG, 30) der akademischen Präsenz der Kirche. Damit ist der Campus für Theologie und Spiritualität Berlin seinem Anspruch nach Teil des „kulturelle[n] Laboratorium, in dem die Kirche jene performative Interpretation der Wirklichkeit ausübt, die dem Christusereignis entspringt und sich aus den Gaben der Weisheit und der Wissenschaft speist, durch die der Heilige Geist in verschiedener Weise das ganze Volk Gottes bereichert“ (VG, Einleitung, 2).

ALS ERSTES PROGRAMM STARTET ZUM WINTERSEMESTER 2022 DAS THEOLOGISCHE STUDIENJAHR BERLIN .

Struktur und Personal

Der Campus strukturiert sich in vier Cluster:

  1. Quellen der Spiritualität in Schrift und Tradition (speziell der Orden und Geistlichen Gemeinschaften)
  2. Zeitdiagnostik
  3. Verkündigung in post/säkularen Kontexten
  4. Leadership

Zu allen vier Clustern wird am CTS geforscht. Das geschieht in der Regel in Kooperation mit anderen akademischen Einrichtungen und in enger Verzahnung zu kirchlichen (pastoralen und sozialen) Praxisfeldern.

Die personelle Ausstattung des Campus für Theologie und Spiritualität Berlin folgt dieser Clusterstruktur. Angezielt ist eine finale Besetzung mit sieben Professuren zzgl. Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen und Lehrbeauftragte. Dieses Kollegium wird Schritt für Schritt entsprechend den Anforderungen des Programms (Lehre, Forschung, Third Mission) aufgebaut.

Lehrangebot

Leadership

Seit dem Wintersemester 2021/22 läuft ein Zertifikatskurs zu “Christlichem Leadership”. Die Zertifikatskurse Christliches Leadership werden auf Anfrage v.a. durch kirchliche Arbeitgeber (Stiftungen, Träger im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen) und in enger Abstimmung mit den Auftraggebern als „In-House-Kurse“ individuell konzipiert und flexibel (Ort, Termine, Umfang etc.) angeboten.

Fachlich begleitet und unterstützt werden die Leadership-Kurse durch ein wissenschaftliches Begleitprojekt in Kooperation mit der Universität Witten-Herdecke.

 

Theologische Studienjahr Berlin (Anmeldefrist läuft)

Das Programm des Theologischen Studienjahrs Berlin wendet sich v.a. an Studierende v.a. im Studiengang Mag. Theol. (kath./ev.) im 3. Studienjahr (oftmals als „Auslandsjahr“ betitelt) sowie an Lehramtskandidat*innen. Alle Bewerber*innen durchlaufen ein strukturiertes Auswahlverfahren. Das Studienjahr bietet jeweils 20 Teilnehmer*innen eine Spezialisierung in „Theologie, Spiritualität und Verkündigung in post/säkularen und urbanen Kontexten“. Das Theologische Studienjahr Berlin dauert 8 Monate (= 2 Semester), umfasst Theorieanteile (Vorlesungen, Seminare, Einblicke in Forschungsprojekte) und Praktika bei bzw. Begegnungen mit Akteuren und Organisationen aus Politik und Kultur sowie im sozialen Bereich. Das Programm orientiert sich an den „Kirchlichen Anforderungen an die Modularisierung des Studiums der Katholischen Theologie (Theologisches Vollstudium) im Rahmen des Bologna-Prozesses“ der Deutschen Bischofskonferenz und ist mit 60 ECTS-Punkten belegt, welche die Studierenden an ihrer jeweiligen Heimatuniversität anrechnen lassen können. Das Studienjahr ist analog zum „Theologischen Studienjahr Jerusalem“ aufgebaut. Ergänzt wird das Theologische Studienjahr Berlin durch einwöchige philosophisch-theologische Meisterklassen, die zehn weiteren ausgewählten Interessent*innen offenstehen. Nähere Informationen finden sie hier (ANMELDEFRIST BIS 01.04.2022)

Weitere Veranstaltungsformate sind in Planung:

Orientierungsjahr für Abiturient*innen

BA für Seelsorge-Quereinsteiger*innen

Graduiertenkolleg Lic. theol., Dr. theol.

Forschung

Folgende Forschungsprojekte sind derzeit geplant:

  • Das Projekt „Megacity und Nachhaltigkeit“ widmet sich dem Christentum als Stadtreligion. Es erforscht in interdisziplinärer Angehensweise urbane Transformationsprozesse sowie Entwicklungen im ländlichen Raum. Ein wichtiger Referenzpunkt werden die theologischen Traditionen der stadtaffinen Orden (z.B. Mendikanten) sein.
  • Das Forschungsprojekt „Individualität und Gemeinschaft“ untersucht das titelgebende Spannungsverhältnis in Tradition und Gegenwart von Orden und Geistliche Gemeinschaften, um von dort aus die Frage nach der zunehmend prekären sozialen Kohärenz im gesellschaftlichen Gesamtkontext in den Blick zu nehmen.
  • Die Leadership-Kurse werden durch ein wissenschaftliches Begleitprojekt unterstützt (s.o.).

Die Beantragung und Umsetzung der Forschungsprojekte erfolgt ebenfalls schrittweise.

„Third Mission"

Bereits für Frühjahr 2021 vorgesehen war eine pastoraltheologische Fachtagung zum Thema „Andere Seelsorge an anderen Orten“. Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen musste die als Kooperationsveranstaltung mit der Konferenz der deutschsprachigen Seelsorgeamtsleiter*innen, dem Bonifatiuswerk Paderborn und dem Lehrstuhl für Praktische Theologie am Zentralinstituts für Katholische Theologie an der Humboldt Universität zu Berlin geplante Veranstaltung auf Anfang 2022 verschoben werden . Ebenfalls in Vorbereitung befinden sich öffentliche Veranstaltungen zur Zukunft des Ordenslebens sowie eine Ringvorlesung zum Thema Spiritualität und Stadt. Im Rahmen der Meisterkurse sind öffentliche Abendveranstaltungen vorgesehen. Es ist geplant, alle Veranstaltungen in hybriden Formaten durchzuführen, nicht zuletzt die entsprechenden Inhalte um auf diese Weise einem breiten Kreis von Interessierten auch jenseits von Berlin zugänglich zu machen.


Träger & Beteiligte

Der CTS wird finanziell von den folgenden Ordensgemeinschaften getragen und gefördert.

TRÄGER DES CTS
Fokolar-Bewegung (Klaus Hemmerle Forum),
Alexianer (Stiftung der Alexianerbrüder)
Neusser Augustinerinnen (St. Augustinus Gruppe Neuss)
Franziskanerinnen von Sießen
Katharinenschwestern
Schönstatt-Bewegung (Josef-Kentenich-Institut)
Vinzentiner-Lazaristen (Congregatio Missionis)
FÖRDERER DES CTS
Kongregation der Waldbreitbacher Franziskanerinnen
Deutscher Orden - Ordenswerke
Deutsche Kapuzinerprovinz
Alexianer GmbH
Domininikaner (Provinz Teutonia)
Franziskanerinnen von Sießen

Ansprechpartner

Prof. Dr. Ludger Schulte OFMCap

Ansprechpartnerin für Fragen zum CTS
Prof. Dr. Ludger Schulte OFMCap • Vorsitzender des Trägervereins

ludger.schulte@cts-berlin.org 0251 / 982 949 0 (Sekretariat)